Mir fehlen die Worte…

Wir schreiben den 23. September 2013, 13:15 Uhr.

Ich habe soeben (mal wieder) eine Mail erhalten. Also mal sehen, wer mir so schönes schreibt. Aha. Ein Thomas Strohe – wer auch immer das ist. Betreff der Mail “Dedizierter Server für 0 Euro ohne Mindeslaufzeit testen” – erster Gedanke: *facepalm*.

Okay, mal forschen, wo kommt die Mail her? Absender hat @server4you.de – na, ganz große Klasse. Zum Hintergrundwissen: ich hatte tatsächlich mal einen kleinen vServer bei diesem Verein. Allerdings war ich alles andere als zufrieden und fühlte mich einfach nicht wohl dort. Deswegen wollte ich kündigen. Leichter gesagt, als getan. Ich schickte ein Fax an die Nummer, die im Internet stand. Keine Reaktion auch nach einer Woche. Also das gleiche nochmal. Wieder nichts. Gut, dann eben ein Brief – als Einschreiben – man weiß ja nie. Tja, wieder nichts passiert. Das ist schon richtig arm. Erst mein letzter Versuch, bevor ich tatsächlich zum Anwalt gegangen wäre und das öffentlich gemacht hätte (wie auch im letzten Brief angedroht), mit einem Einschreiben UND Rückschein (anders kann ich ja nicht nachweisen, dass der Brief eingegangen sein muss) in dem ich ausdrücklich eine schriftliche Antwort und Bestätigung forderte wurde mit einer Mail beantwortet. Im Nachhinein erfuhr ich, das zählt mittlerweile auch als “schriftlich”. Nicht zu meiner Zufriedenheit, aber ich bekam, was ich wollte. Natürlich versuchte man mich gleich wieder zu ködern mit Spezial-Angeboten – keine Chance.

Nunja, alles lief danach ganz gut, die Domain konnte ich mitnehmen, die Daten haben auch den Umzug erfolgreich auf den jetzigen Server bei Hetzner überstanden und ich habe meine Ruhe. Auch Server4You war dann still. Bis vor kurzem eben.

Screenshot Server4You (Klick für Link zum Bild)

Screenshot Server4You (Klick für Link zum Bild)

Was mich an der Mail stört? Zum einen haben sie immer noch meine Daten – ich will das nicht, das gehört gelöscht. Werde ich auch nochmal drauf beharren müssen.

Außerdem bezweifel ich ganz stark, dass es sich um eine authentische Mail vom Gründer handelt. Und wenn doch, so sollte er sich mal Gedanken machen. Man redet (Ex-)Kunden nicht mit dem Vornamen und “Hallo” an. Wenigstens bleibt es bei der formalen Anrede im weiteren Verlauf der Mail.

Das Angebot gilt laut der Mail nur für mich persönlich. Seid ihr behindert? Und dann so eine allgemeine URL erstellen unter der ich mich informieren kann? Ist doch eh wieder nur Bauernfängerei. Preis im ersten Monat: 0,- € und im zweiten ist man schon mit 50 dabei, wenn man vergisst zu kündigen? Abzocke ist das und sonst nichts.

Aber die Härte ist ohnehin der Satz ganz unten:

Sie erhalten diese E-Mail als ehemaliger Server4You-Kunde. Wenn Sie keine Nachrichten mehr erhalten möchten, senden Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff “Unsubscribe” an newsletter@server4you.de. Wir tragen Sie dann aus dem Verteiler aus.

Was soll man da noch sagen? Ja, ich bin (stolzer) ehemaliger Kunde. Ich habe aber nie einen “Ehemalige-Kunden-Zurückköder-Newsletter” bestellt. Ob das rechtlich so zulässig ist, bezweifel ich an dieser Stelle auch einmal. Man kann nicht ständig einen Newsletter erschaffen, einfach mal schicken und das erst per Unsubscribe verhindern. Das ist alles andere als seriös.

Habt ihr’s gemerkt? Eine persönliche Mail? Und plötzlich ist es doch ein Newsletter? Ja, verarschen kann ich mich auch alleine. Und ganz ehrlich? Mein Name wäre es mir nicht wert, für so ein Geschäft zu stehen, wirklich nicht.

Mir fehlen einfach die Worte…

P.S.: OH, da fällt mir noch etwas sehr interessantes auf!

Hallo Benedikt,

mein Name ist Thomas Strohe und vor über 15 Jahren habe ich Server4You gegründet.
Ich wende mich heute an Sie, weil Sie vor einiger Zeit Kunden von Server4You gewesen sind[..]

Na, wieso reden wir denn hier plötzlich im Plural? Ich dachte, das ist eine persönliche Mail mit einem für mich geschneiderten Angebot? Haha, das ist doch so lächerlich, ich lache Tränen :’D

Das dumme an der ganzen Sache ist, dass es viel zu viele Menschen gibt, die auf so eine dämliche Masche auch noch rein fallen. Von denen dürfte die “BSB Service GmbH” leben. Traurig.

P.P.S.: Es gibt eine Fortsetzung: http://transltr.de/2013/10/jetzt-folgen-ein-paar-worte/

One thought on “Mir fehlen die Worte…

  1. Pingback: Jetzt folgen ein paar Worte – Life_of_Be.

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