Wiesn: Heimat, Tradition und Tracht

Es sind nur zwei Wochen im Jahr, an denen ist München allerdings im Ausnahmezustand. Dann nämlich ist mal wieder Zeit für die Wiesn (oda wia de Preißn song: ‘das Oktoberfest’).
Es ist Jahr für Jahr eine Zeit, in der man sogar in München Menschen in Tracht herum laufen sieht (das passiert im Rest des Jahres zwar auch, ist aber mehr als selten). Plötzlich stehen die meisten hier sehr viel mehr zu ihrer Heimat bzw Herkunft als sonst.
Ich frage mich dabei immer:

warum braucht es ein dermaßen kommerzielles Fest, damit man sich wieder auf diese Werte konzentriert? Ist das sonst nichts wert? Schämt man sich, sich in Tracht zu zeigen? Wenn man denn überhaupt von Tracht reden kann. Die meisten (insbesondere “fremde” Menschen, die einen auf bayrisch machen oder es zumindest gerne versuchen würde) tragen mehr so ein Faschings-C&A-Kostüm. Richtige traditionelle und dementsprechend auch ansprechendere Tracht tragen in der Regel eher nur Generationen 40+.
Ich persönlich würde mir definitiv wünschen, dass wir Bayern uns verstärkt über das ganze Jahr auf vergangene Zeiten konzentrieren können. Aber das dürfte eine genauso utopische Vorstellung sein, wie eine Maß Bier dort für unter 5 Euro zu bekommen.

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