Und plötzlich bist du in Würzburg Hbf bei McDonald’s

Es sind gerade Herbstferien im Süden – und zwar parallel in Bayern und Baden-Württemberg. So dachte sich ein Twitterer namens “@HerrLevin_“: “Ich hab Geld für ein Bayern-Ticket, da könnte man doch wen besuchen fahren.” (wer sich jetzt denkt: ‘hä? Der wohnt aber doch in Ba-Wü?!’ Dem kann ich nur sagen: das geht schon ;-) )

Ich hatte auch Zeit, ihn länger nicht mehr gesehen und so schnell war es ausgemacht: heute Mittag in München. Seine Hinfahrt konnte natürlich erst um 9 Uhr beginnen und verlief auch nicht planmäßig, ein nur alle zwei Stunden verkehrender Zug fiel aus, das schmeißt natürlich den Zeitplan gehörig durcheinander. Gesehen haben wir uns dann erst kurz vor 16 Uhr. Zu doof, dass seine letzte Verbindung heimwärts von München aus allerdings schon wieder kurz vor 18 Uhr startet.

Hatten uns im Münchner Hauptbahnhof also zuerst einmal ein erfrischendes Kaltgetränk und ein koffeinhaltiges Heißgetränk gegönnt, um erstmal in Ruhe zu klären: was machen wir überhaupt? Ich hätte ich ein paar Ideen gehabt, in München gibt es ja doch ein paar Dinge, die sich dafür eignen. Allerdings ist die Zeit uns im Nacken gesessen. Alternativplan?

Nunja, wie kann man noch so viel Zeit wie möglich verbringen? Ich fahre ein Stück mit ihm mit. Und schon stand ich am Fahrkartenautomat und kaufte mir ein Bayern-Ticket – 1. Klasse natürlich, alles andere grenzt als Privatfahrt im Feierabendverkehr (vor allem Richtung Ingolstadt!) an Selbstmord.

Somit führte unsere Reise dann ab München mit einem RE nach Ingolstadt, Umstieg in den nächsten RE, diesmal ein München-Nürnberg-Express, Deutschlands schnellsten Regionalzug mit 200 km/h Höchstgeschwindigkeit nebenbei bemerkt. Vor der Endstation wurden die Fahrgäste dabei noch mit einem anderen Text als sonst verabschiedet: “Thank you for cruising with Deutsche Bahn today, take care and goodbye!” Wir lachten herzlich in unserem Abteil! Für mich stellt sich die Frage: war das ein misslungenes “choosing” oder war das sein voller Ernst? In Nürnberg am Hbf angekommen blieben wieder nur ein paar Minuten Puffer und auf ging es nach Würzburg, wo sich unsere Wege trennen sollten.

Es war zur Ankunft bereits gut nach 20 Uhr und ich hatte noch knapp 1/2h Zeit, bis meine Verbindung zurück ging. Also schnell noch zum McDonald’s im Hauptbahnhof zu Würzburg – für mehr hat die Zeit nicht gereicht. Und selbst das war knapp. Wieder einmal bewahrheitete sich ein Tipp im zugehörigen Foursquare-Venue (schreibt man das so?!), der da besagte: “Die langsamste Filiale im Universum!” – Tatsache, schnell ist etwas anderes. So konnten wir uns auch nicht am Bahnsteig verabschieden, ich musste noch auf meine Bestellung warten, so blieb mir nichts anderes übrig, als Levin zu seinem Zug los zu lassen.

Wieder einmal zeigte sich hier, dass unsere Gesellschaft noch nur halb-offen gegenüber Homosexualität ist: zur Verabschiedung umarmten wir uns, so wie das guten Freunden und Vertrauten eben Usus ist. Was haben uns doch für verstörende Blicke beobachtet dabei. Mir ist das mittlerweile herzlich egal, sollen sie doch denken, was sie wollen.

Wir hatten unserer Abfahrt jeweils 6 Minuten Verspätung, trotz unterschiedlicher Züge. Aber es ging (zumindest bei mir) bisher alles gut. Von Würzburg führte mich mein Weg nach Treuchtlingen, wo ich mit eiskalten 4 Grad Celsius “begrüßt” wurde. Mit einem dünnen Hemd und einem leichten Blouson darüber ist das nicht schön. Aber wer konnte denn schon ahnen, dass ich das warme München verlasse und heute noch nach Würzburg käme?!

Aktuell befinde ich mich noch RE von Treuchtlingen (Herr Gott, wie oft verstippe ich mich denn noch bei dem dämlichen Namen?!) über Ingolstadt nach München, wo ich dann endgültig mit der S-Bahn meinen Heimweg antreten werde.

Da ich jetzt allerdings den Akku in meinem Laptop nicht allzu sehr belasten will, um wenigstens mein Handy am Leben zu erhalten, werde ich mich jetzt schon vorzeitig verabschieden. Ich bedanke fürs Lesen bei euch allen, bei Levin für den tollen Tag und der DB Regio AG für die entspannte Fahrt heimwärts. Ja, es soll auch mal ein Lob geben, warum denn auch nicht? ;-)

Pfiad’ eich!
Benedikt

2 thoughts on “Und plötzlich bist du in Würzburg Hbf bei McDonald’s

Hinterlasse eine Antwort