Was ein Tag!

Puh, was für ein Tag heute.

Aber einmal ganz von vorne: mein Tag heute startete um 3:25 Uhr, der erste Wecker klingelte. Fünf Minuten später folgte auch schon der zwei (diesmal der penetrante). Das muss bei mir sein, ich hasse es, früh aufzustehen. Aber bei Dienstbeginn um 5:30 Uhr morgens am Münchner Hauptbahnhof bleibt mir leider nichts andere übrig als mit der ersten S-Bahn um kurz vor halb fünf zu fahren.

Pünktlich am Hauptbahnhof angekommen, in der Lokleitung zum Dienst gemeldet, Schichtenblatt genommen, der Anruf beim Disponenten: “Ja, fahr mal nach Laim, besetz mir da einen Zug, ich meld mich, wenn es weiter geht” – gesagt, getan, noch schnell beim Franzosen einen Eisenbahner-Kaffee (33% günstiger^^) und ein Croissant als so eine Art Breakfast-to-go besorgt und los zum S-Bahn-Tunnelbahnhof(*). Finde dabei die Blicke in der S-Bahn immer so lustig, wenn ich kurz vor meiner Station dann die Warnweste auspacke, um am Bahnsteig nur noch die Treppe zu den Gleisen runter nehmen zu müssen. Das Croissant war unterdessen schon längst verputzt, der Kaffee zur Hälfte getrunken. Also in München-Laim Rbf ICE WuA (WuA = Wende- und Abstellanlage) meinen Zug lokalisiert und besetzt, um auf weitere Aufträge meines zuständigen Disponenten zu warten.

Wegen Kuppelproblemen bei dem Zug nebenan durfte ich dort noch schnell mithelfen, damit das zügiger (höhö) geht und er möglichst pünktlich München verlassen kann. Wie der Zufall so wollte: es war der liebe Kollege, der bei mir die Einweisung gemacht hat in unsere Arbeit – schön, ihn mal so anzutreffen! :)

Ich durfte dann relativ bald auch schon meinen Weg in die ICE-Werkshalle antreten und gleich den nächsten wieder raus fahren, was dann auch der Triebzug für den nächsten ICE in meiner Schicht war, den ich aufzustellen hatte am Bahnsteig. Ein eiliger Anruf vom Disponenten, er brauche doch bitte das Gleis später, also leicht schnelleren Schrittes zum Zug (ich bin auf der Arbeit und nicht auf der Flucht^^). Also raus gefahren aus der Halle, auf einem Gleis vorerst noch zwischengeparkt und schonmal alles nötige vorbereitet für die anschließende Zugfahrt. Dabei schon die vormittaglichen warmen Sonnenstrahlen in München genossen – herrlich!

Nun, im Hauptbahnhof angekommen kam dann auch schon bald der Kollege Streckenlokführer, der mir den Zug abgenommen und gefahren hat. Kannte ihn lustigerweise noch von Montag Früh, obwohl er Frankfurter sein müsste – die Kollegen von dort sieht man in München nicht soo oft.

Bevor es weiter ging, hatte ich noch kurz Zeit ins Vorplanungsbüro zu gehen, um meinen Urlaub im Sommer etwas zu verschieben. Habe nun länger Urlaub, über Schulferien drüber und später – und meine liebe Vorplanerin hatte sich sogar über diesen Wunsch sehr gefreut – Wunder geschehen immer wieder :’D

Vermutlich wegen leichtem Personalmangel (das ist ja schon seit Jahren kein Geheimnis bei der Bahn) wurde meine Pause dann vorgezogen (in beiderseitigem Einverständnis darf man das), damit ich noch einen Bahnsteigwender (ICE kommt an, bleibt stehen und fährt als ein anderer weiter, nachdem er innen gereinigt wurde) machen konnte. Und schon ging es wieder zum nächsten: diesmal eine Doppeltraktion 402, musste aus dem Hauptbahnhof rausgefahren, in der Abstellanlage gereinigt und wieder von mir bereitgestellt werden.

Und wie es der Zufall natürlich will: plötzlich biegt mein Gruppenleiter um die Ecke. Was das heißt? Überwachungsfahrt!

Wobei ich eigentlich zugeben muss, dass die hauptsächlich nebenbei erledigt wurde (ist halt ein notwendiges “Übel”), genauso wie alle anderen Themen, die er mit mir durchgehen musste. Danach ging es dann um viele innerbetrieblichen und organisatorischen Angelegenheiten, das war wesentlich interessanter mal zu klären.

Die eigentlich recht lange Zeit verging somit also auch recht schnell. Im Gruppenleiterbüro musste ich dann noch kurz was unterschreiben bzgl. Weisungen und habe noch ein paar Infos bekommen. In meinem Postfach habe ich dann eine interessante Weisung gefunden: ab morgen, den 21.03.2014, wird die Neigetechnik bei den ICE-T wieder eingeschaltet. Es gab ja ein paar technische Probleme. Die werden jetzt nach und nach bei allen Zügen beseitigt und wenn alle Triebzüge wieder damit fahren dürfen, wackeln sie wieder durch Deutschland ;-)

Zum Schluss meines 12-Stunden-Tages musste ich noch einen ankommenden Zug umsetzen auf ein anderes Gleis im Hauptbahnhof, da er auf dem anderen nur stören würde. Dabei musste ich ein wenig sehr viel laufen. Nachdem der Zug dann also auch wieder am Bahnsteig stand, hatte ich nun endlich meinen wohlverdienten Feierabend. Ab nach Hause!

Zu Hause wartete eine kleine Überraschung auf mich: mein neues JobTicket! Mein jetziges, mit dem ich immer in die Arbeit fahre, läuft ja demnächst aus. Habe nun eine neue Strecke genehmigt bekommen. Darf dann also nicht nur von Augsburg direkt nach München fahren, sondern sogar den Umweg über Buchloe nutzen – auch privat, wenn ich z.B. Urlaub habe gilt dieses Ticket ein Jahr lang. Freue mich sehr darüber! :3

Jetzt wird der Abend dann noch ruhig ausklingen, zu Abend essen muss ich noch und dann wird wohl recht bald ins Bett gehen. Eine Schicht morgen früh noch und dann habe ich endlich mal wieder ein Wochenende frei! \o/

P.S.: Ich war bzw. bin gerade zu faul, das hier nochmal auf Fehler durch zu schauen – wer einen findet, darf ihn gerne behalten, ist ein Geschenk des Hauses :P

 

* um meine hier lesenden Eisenbahnfreaks zu befriedigen: ja, ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es sich nur um einen Haltepunkt (Hp) aus betrieblicher Sicht handelt; allerdings trotzdem um eine Zugmeldestelle (Zmst), glaubt es oder nicht – also ist der Begriff “Bahnhof” gar nicht sooo falsch ;-)

Hinterlasse eine Antwort