Goodbye Akku, Take Two!

Ja, ist weniger witzig, als es möglicherweise klingen mag im Titel – mein zweiter Akku vom MacBook ist dann damit auch hinüber. Besser gesagt der erste, der nachgekaufte ging ja eher kaputt, habe ich ja hier geschrieben: http://transltr.de/2014/03/goodbye-akku/

Nun, was ist passiert? Habe angefangen, mein MacBook wieder verstärkt mit Akku zu benutzen, auch nachdem ich umgezogen bin nach Augsburg und dort keinen klassischen Schreibtisch mehr habe und oftmals einfach mit Laptop auf dem Sofa sitze. Da bietet sich der Akku natürlich an. Dass mein übriggebliebener, damals im Lieferumfang meines MacBook Pros 5,1 (Late 2008; erstes Unibody-Modell) enthaltener, Akku nicht mehr so tolle Leistung hatte, obwohl er nur knapp über 130 Ladyzyklen hinter sich bringen musste, war mir bewusst. OS X schrieb sogar mal “Service Battery” – nahm ich zur Kenntnis, es hieß aber schon, dass es nicht dringend sei, man könne den Akku nutzen, solle aber demnächst mal von einem Experten angesehen werden. Nach einiger Regenerierung (der Akku ist länger rumgelegen; mit Ladung natürlich) verschwand dieser Hinweis auch wieder. Bis ich selbst einen Termin an der Genius Bar im Apple Store um die Ecke machte. Was war passiert? Mein MacBook ging im Akkubetrieb einfach aus. Über 70% Ladung, ohne jeder Vorwarnung, jegliches Lebenszeichen dahin.

Etwas verwirrt war ich schon, das passierte mir noch nie. Wollte das Gerät wieder einschalten, dann bemerkte ich zunächst die blinkende (nicht pulsierende) LED vorne. Ich weiß nicht genau, wie die heißt, aber die pulsiert ja im Standby-Modus. Aber kurz drauf startete er ganz normal. Fuhr auch hoch, kam bis zum Anmeldebildschirm – und verabschiedete sich sofort wieder. Ich steckte das MacBook ans Netz, da lief es einwandfrei. Lud aber den Akku nicht, was er gemusst hätte bei dem Ladestand. Nun, da ich ja schon das Phänomen des aufgeblähten Akkus kenne, nahm ich ihn mal raus und betrachtete ihn: nichts. Alles normal. Wieder rein und siehe da: er lädt!

Aber nach vielem Probieren musste ich immer wieder feststellen: das bringt nichts, jedes Mal genau das gleiche. Also ab zur Genius Bar.

Der Mensch dort hört sich mein Problem an, konnte das auch nachvollziehen, weil ja reproduzierbar. Dass die LED vorne nicht nur pulsieren, sondern sogar so blinken kann, war auch ihm neu. Ein Hardware-Diagnosetest ergab dann, dass der Akku sich selbst schon als tot bezeichnete, sonst war allerdings nichts zu beanstanden – es handeltete sich wohl um eine Art Schnelltest. Er konnte mir allerdings nach einer längeren Suche im Lager eine erfreuliche Nachricht bringen: obwohl mein MacBook wegen seines hohen Alters von fast 6 Jahren nicht mehr repariert wird von Apple, hatte er noch einen originalverpackten Ersatz-Akku auf Lager, den er mir verkaufen konnte. Stolze 130 Euro habe ich dafür hingeblättert. Dafür wurde mir der alte, kaputte Akku aber auch gleich abgenommen und fachgerecht der Entsorgung zugeführt.

Bin also frohen Mutes wieder heimgefahren, habe den neuen Akku ausgepackt, ins MacBook gesteckt und er wurde geladen. Dauer voraussichtlich über 13 Stunden. Aber kein Wunder, er war kein bisschen geladen, über die lange Zeit im Lager vermutlich sogar tiefentladen. Da ist es logisch, dass das Ladegerät sich da nur vorsichtig rantastet. Aber nach der Zeit war er auch auf 100% geladen und sogar über der ausgelegten Kapazität.

Voller Vorfreude schnappte ich mir mein MacBook, legte mich aufs Sofa, schaltete es ein, meldete mich an u… nd da war es schon wieder aus. Genau der gleiche Effekt, wieder und wieder. Egal, was ich machte.

Also am Tag darauf nochmals zum Apple Store, diesmal ohne Termin. Glücklicherweise hatte sogar der gleiche Mensch von erstem Mal wieder Dienst und nahm sich spontan Zeit für mich, hatte wohl gerade Pause. Berichtete ihm von meinem Zwischenstand, er sah sich das selbst nochmals an mit ein paar Kniffen und meinte dann, dass dann leider die Hauptbatterie im Gerät beschädigt wäre. Und das zu reparieren wäre viel zu teuer (ca. 400-500 Euro), weil Apple ja keine Ersatzteile mehr auf Lager hat.

Aus Kulanzgründen bot er mir natürlich dann auch an, den verkauften Akku als ehemals angedachte Lösung des Problems natürlich wieder zurückzunehmen. Bekomme also auch meine 130 Euro wieder zurück.

Tja, das Fazit der Geschichte? Auch an meinem guten MacBook nagt so langsam der Zahn der Zeit. Es ist im Netzbetrieb ja immer noch ein Arbeitstier, läuft über Monate hinweg zuverlässig im Dauerbetrieb, stabil bis zum Gehtnichtmehr.
Man machte mir natürlich im Apple Store gleich eines der neuen schmackhaft. Aber die überzeugen mich schon lange nicht mehr. Selbst mein MacBook Pro ist nicht mehr unbedingt so ein “Pro”, wie es früher mal von Apple-Geräten gewöhnt war. Inzwischen ist “Pro” einfach nur noch ein Name aus meiner Sicht. Für alle möglichen Anschlüsse braucht man Adapter, weil Apple immer mehr proprietäre Stecker entwickelt – und da lässt man den Kunden natürlich gleich dreifach zahlen: für den Namen, für das Gerät und das Zubehör.

Und was ist an einem Gerät bitte “Pro”, wenn man weder ein optisches Laufwerk (es bleibt immer noch ein Standard-Medium) mehr hat, noch einen eingebauten Ethernet-Anschluss, Akku, Festplatte und Arbeitsspeicher nicht mehr tauschbar sind (bis auf den Akku, aber da geht die Garantie verloren), weil festgelötet. Es ist kein ExpressCard-Slot mehr vorhanden und wenn ich das richtig mitbekommen habe (nicht genug recherchiert, zugegeben), dann hat es auch keine optisch-digitalen Audio-Anschlüsse mehr.
Und wofür das alles? Dünner, leichter soll es sein. Aber das ist im professionellen Bereich nicht unbedingt entscheidend. Völlig unabhängig von den Leistungen.

Ganz Apple ist leider einfach nicht mehr das, was es mal war. Ging schon unter den letzten Tagen mit Steve Jobs so los aus meiner Sicht – und erst recht geht es mit Apple den Berg hinunter seit dieser Mensch gestorben ist. Ich finde es sehr schade, weiß ich doch langsam nicht mehr, was man jetzt noch kaufen kann. Man hat irgendwie nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera. Mittlerweile kommt dann wohl noch Ebola dazu.

Naja, harren wir der Dinge mal, die da kommen. Auf dass mein MacBook zumindest im reinen Netzbetrieb noch lange durchhält *dreimal vorsichtig auf’s Alu poch*!

Gute Nacht und einen guten Start in die neue Woche!

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