Der alltägliche Wahnsinn

Da ich gerade Zeit habe in meiner Bereitschaft möchte ich euch mal ein wenig aus meinem Alltag und dem “Wahnsinn”, den man so als Lokführer Tag ein Tag aus erlebt, berichten. Es geht dabei um meine Schicht vorgestern, Stuttgart und zurück.

Begonnen hat es in der Früh um ca. 7 Uhr. Der erste Weg führt mich dabei in meiner Dienststelle zum Lokleiter. Bei ihm erhalte ich meine Schicht, meinen Einsatzplan für die nächsten Tage und alles wichtige an betrieblichen Unterlagen für meine Fahrt. Noch schnell die Wasserflasche aufgefüllt – man will ja unterwegs nicht verdursten – und dann ging ich auch wieder runter in die Halle vom Hauptbahnhof. Continue reading

1900-km-Spritztour

oder auch “Ein Ausflug ins Graue” – ihr wisst schon, ein Winter ohne Blattgrün und ohne Schnee.

Um genau zu sein: die Kilometerzahl oben ist eigentlich gelogen. Es sind nämlich 1906 km. Aber man muss ja nicht auf die Spritze, äh Spitze treiben.
Begonnen hatte es einen Tag vorher – mein eigentliches Vorhaben für den Tag entfiel spontan und ein guter Freund (@wasserpanther) wollte mal wieder nach NRW fahren, also spielte ich spontan – mal wieder – die Anti-Langeweile-und-Grund-zweiter-Klasse-zu-fahren-Begleitung :D Continue reading

Solidarität mit dem “Bock-Küsser”

Ich weiß es zwar (noch) nicht aus sicherer/seriöser Quelle, aber scheinbar ist es heute Vormittag im Hauptbahnhof zu Stuttgart mal wieder passiert. Nein, keine Entgleisung von irgendwelchen (Mess-)Zügen, sondern ein Zug ist auf einen Prellbock aufgefahren. Ein Prellbock ist zwar genau dafür gemacht, dass nichts passiert, auch wenn man drauf fährt, aus welchem Grund auch immer.

Aber es ist kein Grund, sich darüber lächerlich zu machen mit Begriffen wie “Bock-Küsser” oder Aussagen wie: “Wenn man einen ICE nicht füttert frisst er eben einen Bock” – ich habe dafür keinerlei Verständnis mehr.
Ganz im Gegenteil, der Kollege Lokführer, dem das passiert ist, wird jetzt leider richtig Ärger kriegen. Und das will natürlich keiner. Ich will das nicht verharmlosen oder in irgendeiner Weise schön reden. Ganz klar, sowas darf nicht passieren.

Trotzdem ist es mehr als unfair, diese Leute auszulachen, wenn es ihnen passiert. Denn das macht keiner mit Absicht. Und das sage ich vor allem aus Sicht eines Kollegen. Aber auch Betriebs- bzw. Konzernfremde Menschen sollten sich da meines Erachtens an die eigene Nase fassen: hättet ihr es gerne, dass man euch verspottet? In sozialen Netzwerken und vor allem in der Regenbogenpresse (wozu ich vor allem mal die BILD zähle)? Wirklich, das will keiner.

Denkt mal drüber nach und lasst den Scheiß. Wir sind keine kleinen Kinder mehr. Jedenfalls die meisten von uns.

Man kennt mich – oft zu oft

Tja, sowas erlebt man zwar nicht alle Tage, aber es passiert. Immer wieder mal. Ich gehöre ja zur Familie der Eisenbahner – zu denen sogar, die immer ganz vorne sitzen müssen. Und da ich im DB Personenverkehr arbeite, muss ich auch dieses hübsche blaue Zeug namens “Ubk” tragen. Damit grüßt natürlich jeder Kollege, wenn er einen sieht. Finde das auch gut so. Es gibt viele viel zu arrogante Kollegen, die es nicht tun. Bei DB Station & Service etwa gibt es nur einzelne, die sind mir sympathisch. Und DB Sicherheit grüßt auch kaum zurück. Ich finde das alles andere als unkollegial, aber was will man machen.

Als ich meinen letzten ICE 3 ins Werk gestellt habe Continue reading